Eine Frage, die sich immer mehr Menschen stellen, ist die Frage, ob die Demokratie, wie wir sie heute kennen Bestand hat. Auch wenn Churchill einmal sagte: „Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“ heiß das nicht, dass es nichts Besseres geben kann.

Außerdem soll das Zitat vollständig so gelautet haben„Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, ausgenommen all diese anderen, die man von Zeit zu Zeit ausprobiert hat.“

Plato sagte in seinem Werk Politeia, Der Staat u.a. über die Demokratie:

„Als letztes Stadium geht aus der Demokratie die Tyrannenherrschaft hervor. Das Hauptmerkmal der demokratischen Gesinnung, der unbeschränkte Freiheitswille, wird den Demokraten letztlich zum Verhängnis, da sich die Freiheit zur Anarchie steigert. Der demokratische Bürger ist nicht gewillt, eine Autorität über sich anzuerkennen. Die Regierenden schmeicheln dem Volk. Niemand ist bereit sich unterzuordnen. Ausländer sind den Stadtbürgern gleichberechtigt, Kinder gehorchen nicht, sie respektieren weder Eltern noch Lehrer, und sogar Pferde und Esel schreiten frei und stolz einher und erwarten, dass man ihnen aus dem Weg geht. Dieser Zustand der höchsten Freiheit schlägt schließlich in die härteste Knechtschaft um. Den Ausgangspunkt der Wende bildet der Gegensatz zwischen Armen und Reichen, der weiterhin besteht, aber nun nicht mehr wie in der Oligarchie von der herrschenden Doktrin legitimiert wird. Die Vermögensunterschiede stehen im Gegensatz zum demokratischen Gleichheitsdenken. Die Masse der relativ Armen ist sich ihrer Macht im demokratischen Staat bewusst. Gern folgt sie einem Agitator, der eine Umverteilung des Reichtums fordert. In der Anfangsphase seiner Herrschaft tritt der neue Tyrann volksfreundlich auf. Er verhält sich milde, erlässt Schulden und belohnt seine Anhänger.“

Obwohl dieser Text aktueller nicht sein könnte, stammt er aus einer Zeit ca. 400 v.Chr.
Sind wir jetzt soweit? Ist es Zufall, dass die Trumps, Erdogans, Le Penns, Hofers und Orbans dieser Welt gerade jetzt erfolgreich sind? Viele Menschen hinterfragen das derzeitige politische System. Es kann offensichtlich die sozialen und wirtschaftlichen Probleme dieser Welt nicht lösen. Zu komplex sind die Herausforderungen, als dass man sie durch langatmige Diskussionen und Mehrheitsfindungen lösen kann. Die Finanz- oder Flüchtlingskrise der EU ist dafür nur Beispiel. Der Unmut breiter Bevölkerungsschichten wächst. Ein Blick in Facebook & Co zeigt uns täglich, zu welchen sprachlichen Gewaltexzessen es dort kommt. Und nach dem alten chinesischen Sprichwort:“…achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten…“ ist zu befürchten, dass die Taten bald folgen werden. Da ich nicht daran glaube, dass ein allmächtiger Leader oder Führer die richtigen Lösungen hat, ist es höchste Zeit über neue Formen der Demokratie, Bürgerbeteiligung oder demokratische Partizipation nachzudenken. Ziel muss es sein, ein fachlich kompetentes, moralisch gefestigtes und bürgernahes Staatswesen zu organisieren.

Sollte Plato recht haben, eilt die Zeit!